Was ist der Unterschied zwischen Jiddisch und Jüdisch

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„Jiddisch“ ist

aus einer im Mittelalter in wichtigen Handelszentren als Verkehrssprache der Juden entstandenen Variante des Deutschen hervorgegangene Komponentensprache, bestehend vor allem aus mittel- und ostoberdeutschen , semitisch-hebräisch-aramäischen , slawischen und romanischen Sprachelementen, die vor der Schoah von ungefähr 12 Millionen aschkenasischen Juden und heutzutage weltweit von schätzungsweise annähernd 1.5 Millionen Juden als Mutter- beziehungsweise Zweitsprache in Israel, den USA, Großbritannien, Belgien, Lateinamerika und auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion gesprochen wird.

„jüdisch“ ist

dem Judentum zugehörig, mit jüdischen Merkmalen versehen.


Jiddisch

jüdisch

Substantiv

  • aus einer im Mittelalter in wichtigen Handelszentren (Rhein, Donauländer) als Verkehrssprache der Juden entstandenen Variante des Deutschen hervorgegangene Komponentensprache, bestehend vor allem aus mittel- und ostoberdeutschen (rheinfränkisch, ostmitteldeutsch und bairisch), semitisch-hebräisch-aramäischen (vor allem aus Talmud, Mischna), slawischen (polnisch, weißrussisch, ukrainisch) und romanischen Sprachelementen, die vor der Schoah von ungefähr 12 Millionen aschkenasischen Juden und heutzutage weltweit von schätzungsweise annähernd 1.5 Millionen Juden als Mutter- beziehungsweise Zweitsprache (insbesondere von älteren sowie haredischen Personen) in Israel, den USA, Großbritannien, Belgien, Lateinamerika (vor allem Argentinien) und auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion gesprochen wird

Sinnverwandte Wörter

  • : Jargon, Judendeutsch, Judenteutsch, Jüdischdeutsch, jüdisches Deutsch, Jidisch, Mauscheldeutsch

Oberbegriffe

  • westgermanische Sprache
  • Komponentensprache

Unterbegriffe

  • Altjiddisch, Jungjiddisch, Kolonialjiddisch, Mameloschn, Mitteljiddisch, Neujiddisch, Neuostjiddisch, Nordjiddisch, Ostjiddisch, Standardjiddisch, Südjiddisch, Theaterjiddisch, Übergangsjiddisch, Urjiddisch, Westjiddisch

Wortbildungen

  • :Jiddischismus, Jiddischist, jiddischistisch, Jiddismus, Jiddist, Jiddistik
  • :Jiddischkeit

Exemple

  • „Dieses Jiddisch war nun inzwischen dem gleichzeitigen Deutsch immer unähnlicher geworden, obwohl der deutsche Wortschatz nie unter drei Viertel des gesamten Bestandes herabsank.“
  • „Heller sprach mit Mama Jiddisch, Lucille unterhielt sich ausgezeichnet mit Borka, ohne daß der es auch nur einmal gewagt hätte, sie anzufassen.“
  • „Im Jiddischen bilden vier Hauptkomponenten die Struktur: die germanische, die semitische, die slawische und die romanische. Zu berücksichtigen ist noch das griechische und persische Lehngut, das meist über das nachbiblische Schrifttum, wie den Talmud in das Jiddische gelangt ist.“
  • „Als Kind wurde er einmal in glimmende Kohlen gestoßen und einmal attackierte ihn ein Stier, als Erwachsener überstand er ein rumänisches Lager unter den Faschisten und dann zehn Jahre den Gulag im äußersten Norden, und nun lebt er hochbetagt und blind im Hochschwarzwald: eines deutschen Dichters Jahrhundert. «Deutsch»? Ja, denn der kleine Moses Rosenkranz, 1904 in Berhometh in der Bukowina geboren, erwählte sich, in einem Sprachengemisch von Jiddisch, Polnisch, Ruthenisch und Deutsch am östlichen Rand des K.-u.-k.-Kronlandes, das «Buchenland» heißt, aufwachsend, rätselhafterweise die deutsche Sprache als das Medium, das allein seinem Innern entspreche.“
  • „Geboren 1963 in Frankreich, lernt er Hebräisch und Jiddisch, heute ist er Direktor des Hauses für Jiddische Kultur in Paris. Er liest Gedichte in Jiddisch, ein anderes Mal aus seinem neuen Roman ‚Eine Liebe ohne Widerstand‘, er liest auf Französisch, später auf Deutsch.“
  • „Mit mehr Berechtigung lässt sich Jiddisch nämlich als eine Komponentensprache (engl. fusion language, jidd. schmélzschprach) bezeichnen, die ihre Entstehung einem lang andauernden und intensiven Kontakt verschiedener Sprachen bei den aschkenasischen Juden verdankt.“

Adjektiv

  • dem Judentum zugehörig, mit jüdischen Merkmalen versehen

Gegenwörter

  • buddhistisch (Unterbegriff: lamaistisch), christlich, evangelisch, hinduistisch, islamisch, katholisch, konfuzianistisch, koptisch, mormonisch, muslimisch (Unterbegriffe: schiitisch, sunnitisch), orthodox, protestantisch, schintoistisch
  • nichtjüdisch

Oberbegriffe

  • religiös

Unterbegriffe

  • deutsch-jüdisch/deutschjüdisch, halbjüdisch
  • jüdisch-arabisch, jüdisch-christlich, jüdisch-deutsch

Charakteristische Wortkombinationen

  • jüdischer Friedhof, jüdisches Museum, jüdisches Viertel, jüdische Gemeinde, jüdische Herkunft, jüdische Feiertage

Wortbildungen

  • :Jüdischkeit

Exemple

  • Die jüdische Religion basiert auf den religiösen Überlieferungen des jüdischen Volkes.
  • „Vielen Bereichen der Wirtschaft und Technik, der Wissenschaft und der Kunst in Deutschland gaben jüdische Männer und Frauen das Gepräge.“
  • „Lydia, ein gutbürgerliches, in jüdischer Tradition erzogenes Mädchen, war das einzige Kind einer angesehenen, in Berlin ansässigen Familie gewesen.“
  • „Und wie hätte ich die Augen abwenden können und wohin, in dieser einst jüdischsten Stadt Europas?“
  • „Der Geist, der immer in ihnen gelebt hatte und der früher oder später doch zum Vorschein gekommen wäre, des mütterlichen Zweiges, Leas Erbe, war nun durch den Druck von außen zutage getreten - die Judaisierung der Brüder Bertini erfolgte über die jüdischste aller Möglichkeiten: die Selbstglossierung!“
  • „Die in der Septuaginta enthaltenen, aber von der jüdischen Gemeinde in den Kanon nicht aufgenommenen Schriften bezeichnet man als Apokryphen, d. h. als verborgene, von der öffentlichen Verbreitung ausgeschlossene Schriften.“

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